Im Kühlschrank brennt noch Licht oder Lieben Sie Schlager?
Ein Tanztheater über Einsamkeit in Udo Jürgens’ Liedern. O Solitude I
Pressestimmen:
»ein gelungenes Tanztheater« (Ludwigsburger Kreiszeitung), »ein bemerkenswertes Tanztheater« (Reutlinger General-Anzeiger), »Ein starkes Stück« (Stuttgarter Zeitung), »Katja Erdmann-Rajski liefert mit diesem Abend den Beweis: Tanztheater geht auch mit Schlager.« (tanznetz) »Sonia Lautenbacher und Kristina Olearnikova zeigen dabei eine ungewöhnliche Palette tänzerischer Möglichkeiten auf.« (theaterkompass)
»Ich spiel ein Lied für alle, die einsam sind.« singt da einer inmitten jubelnder Fans. Einer, der zwar von Zweisamkeit träumt, aber Einsamkeit erlebt. Immer wieder erzählt Udo Jürgens in seinen Songs – selbst in den heitersten Ohrwürmern – von unerfüllter Sehnsucht nach Liebe, von Hoffnungslosigkeit und bedrückender Einsamkeit.
Diesem Ich geben wir einen realen Körper und erzählen tänzerisch seine Geschichte. Denn das, was die Stimme nicht zu sagen weiß, vermag der Tanz zu zeigen: Die Geschichte eines Menschen, der aufbegehrt gegen die ehrenwerte Gesellschaft, der aus allen Zwängen fliehen will, aber auch nach 66 Jahren – im Park oder Großstadtgetriebe – noch Ausschau hält nach der Liebe seines Lebens. Und dem nachts allein zuhause dann doch nur noch der Kühlschrank Licht und Wärme schenkt – der Schimmer einer Hoffnung, dass am nächsten Morgen die Sonne wieder aufgeht.
Ausführliche Projektbeschreibung:
»Ich spiel ein Lied für alle, die einsam sind.« singt einer, der von Zweisamkeit träumt und immer wieder in die Einsamkeit fällt. Denn »fertig wirst du nie mit ihr / Ohne jemand neben dir.« Immer wieder lässt Udo Jürgens in seinen – selbst den heitersten – Schlagern, einsam inmitten jubelnder Fans, sein Alter Ego von seiner unerfüllten Sehnsucht nach Liebe, seiner Hoffnungslosigkeit und bedrückenden Einsamkeit erzählen.
Diese über unterschiedlichste Songs verstreuten Szenen eines Menschen, der an sich und seinem Leben zweifelt und an seiner Einsamkeit verzweifelt, haben wir zu der (Lebens)Geschichte unseres fiktiven Protagonisten verbunden. Erwecken so das lyrische Ich der Schlagertexte zum Leben, geben ihm einen realen Körper und erzählen tänzerisch seine Geschichte. Ein Bild aus dem Song »Im Kühlschrank brennt noch Licht« hat uns dabei besonders bewegt und zu unserem Titel angeregt: wie selbst aus der (Gefühls)Kälte eines Kühlschranks die Hoffnung schimmern kann.
Aber noch auf einer ganz anderen Ebene setzen wir uns mit dem Thema auseinander, auf das der Untertitel anspielt: »Lieben Sie Schlager«? In einem artistic research-Prozess wollen wir die künstlerische Wirkung, aber auch und gerade die gesellschaftliche Legitimität von Schlagermusik untersuchen. Musikalisch, indem wir Udo Jürgens’ Musik in alte und zeitgenössische klassische Musik einbetten (Franz Schuberts Streichquintett in C-Dur und John Taveners The Protecting Veil).Choreographisch, indem wir diese sozial konstruierten Widersprüche der künstliche Trennung von Pop und Klassik im tänzerischen Körper erlebbar machen – ohne deren Ambivalenz auflösen zu wollen. Und sind damit wieder am Ausgangspunkt unserer Tanztheaterreihe über Einsamkeit – der Ambiguität von Henry Purcells Song »O solitude« zwischen »O, how I adore!« und »I hate it«.
Programmheft zum Download: PDF

Premiere 4.9.2026, 20 Uhr
vhs stuttgart/TREFFPUNKT Rotebühlplatz
Vorstellungen
vhs stuttgart/TREFFPUNKT Rotebühlplatz
5.9.2026, 20 Uhr
6.9.2026, 16 Uhr
30. und 31.10. 2026, jeweils 20 Uhr
3.4.2027, 20 Uhr
4.4.2027, 17 Uhr
22.5.2027, 20 Uhr
23.5.2027, 17 Uhr
Theaterhaus Stuttgart, T4
10., 11. und 12.12.2026, jeweils 20:15 Uhr
Karten
vhs: 0711 1873-800 und www.vhs-stuttgart.de
Theaterhaus: 0711 4020720 und www.theaterhaus.com
Mitwirkende
Konzeption, Choreografie, Regie, Musikidee Katja Erdmann-Rajski Tanz Sonia Lautenbacher, Kristina Olearnikova und Statist*innen Licht und Technik Carolin Bock Bühne Katja Erdmann-Rajski, Carolin Bock, Hannah Schreiner Musikschnitt Matthias Schneider Dramaturgie Ulrich Fleischmann
In Kooperation mit der volkshochschule stuttgart e.V. und dem Theaterhaus Stuttgart Gefördert vom Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart Unterstützt vom Produktionszentrum Tanz+Performance e.V.