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Glenn Gould oder Das Verschwinden der Musik
Tanztheater
WahlVerwandtschaften No. 1

»Gould musste sich die Musik in seinem Inneren zuerst ertanzen.«
Michel Schneider

In diesem Sinne geht es um eine tänzerische Auseinandersetzung mit Leben und Werk des kanadischen Pianisten Glenn Gould. Angelpunkt sind die Anfang und Ende von Goulds musikalischer Biografie symbolisierenden Einspielungen der Goldbergvariationen von 1955 und 1981. In ihnen verdichten sich Goulds Themen: die Affinität zwischen Musik und Verschwinden, das Wechselspiel zunehmender Entkörperlichung der Musikauffassung und körperlicher Hypochondrie, künstlerischer Exzentrizität und persönlicher Einsamkeit. Inspiriert von Goulds »kontrapunktischem Radio«, seiner polyphonen Spielweise und seiner multiplen Persönlichkeit werden Tänzerinnen und Sprecher, Musik und Stimmen in eine Choreografie vielstimmiger Gleichzeitigkeit verwoben. Basso continuo in diesem »einsamen Tanz am Flügel« ist Goulds Telefonleidenschaft, in der sich die Angst vor Körperlichkeit eigentümlich mit innovativer Medientheorie verbindet. Das Telefon wird zum Symbol der Einsamkeit, entkörperlichter Kommunikation. Und Ausgangspunkt einer tänzerischen Projektreihe über moderne »WahlVerwandtschaften. Leben am Telefon«.

Pressestimmen
»spannende, teils humorvolle, in sich stimmige Collage aus Wort, Sprache und Bewegung« Stuttgarter Zeitung

Mitwirkende
Idee/Leitung/Choreografie Katja Erdmann-Rajski
Tanz Julia Brendle, Katja Erdmann-Rajski, Parwanhe Frei
Darsteller Bernd Lindner
Licht/Technik Carolin Bock
Dramaturgie Ulrich Fleischmann
Produktionsleitung Friederike Böckmann

Texte
Glenn Gould
Briefe, Tagebücher und Aufsätze
T.S. Eliot Burnt Norton (gesprochen von Cornelius Hauptmann)
Bernd Lindner Textimprovisationen

Musik
Glenn Gould (Klavier)
Johann Sebastian Bach: Englische Suite No. 2, a-Moll, BWV 807 (1. Präludium, 2. Allemande, 3. Courante, 4. Sarabande, 7. Gigue) (1971); J.S. Bach: Goldberg-Variationen, BWV 988 (Aria) (1981); Johannes Brahms: Intermezzo, b-Moll, Op. 117, No. 2 (Andante non troppo e con molta espressione) (1960); Wolfgang Amadeus Mozart: Klaviersonate Nr. 6, D-Dur, KV 284 „Dürnitz” (1. Allegro) (1968); J.S. Bach: Die Kunst der Fuge, BWV 1080 (Contrapunctus 1, 2, 14) (1981) Textmusik Glenn Gould: The Idea of North (Solitude Trilogy 1) (1967) Matthias Schneider-Hollek Zwischentöne Pei-Yu Shi Studien 1, 4; Schein und Sein Barbra Streisand Send in the Clowns Ulrich Süße/Patrick Bebelaar Ludien 1, 2,5

Gefördert von
Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart, Fonds Darstellende Künste, Stiftung Landesbank Badern-Württemberg, Helmut Nanz Stiftung, Stiftung der Hypo Real Estate

In Kooperation mit
Produktionszentrum Tanz und Performance e.V.
Treffpunkt Rotebühlplatz/RotebühlTheater Stuttgart
Theater Rampe Stuttgart

Programmheft zum Download: PDF



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